Schützenfest Hannover 2008
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Lothar Neumann

Ein Northener Bürger ist Schützenkönig der Stadt Hannover 2008/2009

Lothar Neumann

Im Wettbewerb mit 302 stadthannoverschen Schützenbrüdern erreichte Lothar Neumann beim Schießen auf der Schießsportanlage an der Wilkenburger Straße in diesem Jahr den Königstitel. Damit krönte er die lange Reihe seiner Erfolge in hannoverschen Schützenvereinen, seit 1957 in Süd-Ost Heidorn und, nach einer Pause, seit 1972 im Schützen-Club-Zentrum (SCC). Schon seit Jahren gehören die talentierten Schützen des Clubs zum Favoritenkreis des städtischen Schießens. Lothar ist der Nachfolger eines Vereinskameraden, der 2007 Stadtkönig war.
Mehrere Male war Lothar Schützenkönig seines Vereins SCC. Daraufhin erfreute er seine Freunde und Nachbarn, wenn ihn seine Schützenkameraden und der Musikzug der Feuerwehr Harsum am frühen Morgen vor dem Ausmarsch in Hannover von seiner Wohnung in der Northener Waldstraße „abholten".

Nach all dem Trubel des hannoverschen Schützenfestes kann sich Lothar nunmehr in seiner ruhigen und gelassenen Art über den Königstitel freuen.

Die goldene Königskette liegt sicher verwahrt im Tresor der Stadt Hannover. Im nächsten Jahr wird er sie erneut tragen, wenn er wie in all den Vorjahren im Umzug des weltweit größten Schützenfestes mitmarschiert.

In der Region Hannover nahm Lothar seit 2005 als Mitglied des Schützenvereins Barsinghausen 01 an Wettbewerben auf Kreis- und Landesebene teil, bei denen er viele Titel im Einzel- und Mannschaftsschießen gewann.

Die Geschichte des Schützenfestes Hannover

Als Herzog Erich I. die Hannoveraner im Jahre 1529 mit dem Privileg ausstattete, in jedem Jahr ein Schützenfest veranstalten zu dürfen, haben weder der Landesherr selbst noch seine Untertanen wissen können, dass mit dieser Erlaubnis der Grundstein für eines der größten deutschen Feste und sogar zum größten Schützenfest der Welt gelegt wurde.

Die erste urkundliche Erwähnung des hannoverschen Schützenwesens geht allerdings noch weiter zurück. 1468 hatte sich Herzog Wilhelm der Ältere in einem Brief an den Rat über die wehrsportlichen Übungen der Hannoveraner beschwert. Ihm war zu Ohren gekommen, dass die Hannoveraner nach einem auf einer Stange befestigten bunten Holzpapageien schossen, wenn sie mit ihrem Landesherren in Fehde lagen. Das geschah damals noch mit Armbrüsten. Als rund 60 Jahre später die Erlaubnis zu einem jährlichen Fest der Schützen erteilt wurde, hatten auch die Hannoveraner bereits auf Feuerwaffen umgerüstet.

Der Umgang mit Armbrust und Gewehr galt damals weniger sportlichen Zielen. Die so bewaffneten Männer sollten nämlich Hannover verteidigen, wenn feindliche Streitkräfte die befestigte Stadt angriffen. Aus den sportlichen Wettkämpfen in Friedenszeiten ergab es sich aber sehr bald, dass die besten Schützen mit Preisen und Auszeichnungen geehrt wurden.

Um Ausschreitungen während der Schützenfeste zu verhindern, wurde bereits im Jahre 1575 eine Schützenordnung erlassen, die den Festbetrieb regelte. Im Jahre 1710 wurden dann die sogenannten "Bruchmeister" bestellt, die als Hilfsbeamte offiziell für einen geregelten und geordneten Ablauf des Schießens zu sorgen hatten. Bereits seit dem Jahr 1303 sorgten die Bruchmeister in Hannover - als offiziell bestellte städt. Ordnungspersonen - für die Einhaltung der städt. Gesetze und Verordnungen. Die Aufgaben der Bruchmeister sind über die Jahrhunderte gleich geblieben.

Während die Schützen seit jeher in ziviler Kleidung antraten, so entstand im Jahr 1837 eine neue Schützenordnung, die es ihnen gestattete, auch in gleichmäßig gekleideten Gruppen aufzutreten. Deshalb gilt dieses Jahr als Geburtsstunde der Schützenvereine, weil sich so verschiedene Vereinigungen von Schützen aus gleichen Stadtteilen bildeten. Inzwischen gibt es alleine in Hannover 88 verschiedene Schützenvereine.

Heute sind im Verband Hannoverscher Schützenvereine über 5.000 Schützen, darunter rund 800 Jugendliche, vertreten. Träger des hannoverschen Schützenwesens sind der Verband Hannoverscher Schützenvereine und die Stadt Hannover. Im Jahre 1964 wurde eine Schützenstiftung gegründet, die von der Stadt verwaltet wird und die Zusammenarbeit der Schützenvereine regelt. Im Verwaltungsrat der Schützenstiftung, ihrem maßgebenden Organ, sind die Repräsentanten des Verbandes Hannoverscher Schützenvereine und der Stadt paritätisch vertreten. Für allgemeine Fragen des traditionsreichen Schützenwesens gibt es den Schützenrat, dem die Vorsitzenden der hannoverschen Schützenvereine angehören und der vom Oberbürgermeister der Stadt Hannover persönlich geleitet wird, sowie den Schützenbeirat, der aus Mitgliedern des Rates der Landeshauptstadt Hannover besteht.

Quelle: Hannoversches Schützenfest e.V.