Im Wettbewerb mit 302 stadthannoverschen Schützenbrüdern erreichte Lothar
Neumann beim Schießen auf der Schießsportanlage an der Wilkenburger Straße in
diesem Jahr den Königstitel. Damit krönte er die lange Reihe seiner Erfolge in
hannoverschen Schützenvereinen, seit 1957 in Süd-Ost Heidorn und, nach einer
Pause, seit 1972 im Schützen-Club-Zentrum (SCC). Schon seit Jahren gehören die
talentierten Schützen des Clubs zum Favoritenkreis des städtischen Schießens.
Lothar ist der Nachfolger eines Vereinskameraden, der 2007 Stadtkönig war.
Mehrere Male war Lothar
Schützenkönig seines Vereins SCC. Daraufhin erfreute er seine Freunde und
Nachbarn, wenn ihn seine Schützenkameraden und der Musikzug der Feuerwehr Harsum am frühen Morgen vor dem Ausmarsch in Hannover von seiner Wohnung in
der Northener Waldstraße „abholten".
Nach all dem Trubel des
hannoverschen Schützenfestes kann sich Lothar nunmehr in seiner ruhigen und
gelassenen Art über den Königstitel freuen.
Die goldene Königskette
liegt sicher verwahrt im Tresor der Stadt Hannover. Im nächsten Jahr wird er sie
erneut tragen, wenn er wie in all den Vorjahren im Umzug des weltweit größten
Schützenfestes mitmarschiert.
In der Region Hannover nahm
Lothar seit 2005 als Mitglied des Schützenvereins Barsinghausen 01 an
Wettbewerben auf Kreis- und Landesebene teil, bei denen er viele Titel im
Einzel- und Mannschaftsschießen gewann.
Die Geschichte des Schützenfestes Hannover
Als Herzog Erich I. die Hannoveraner im Jahre 1529 mit dem Privileg
ausstattete, in jedem Jahr ein Schützenfest veranstalten zu dürfen, haben weder
der Landesherr selbst noch seine Untertanen wissen können, dass mit dieser
Erlaubnis der Grundstein für eines der größten deutschen Feste und sogar zum
größten Schützenfest der Welt gelegt wurde.
Die erste urkundliche Erwähnung des hannoverschen Schützenwesens geht
allerdings noch weiter zurück. 1468 hatte sich Herzog Wilhelm der Ältere in
einem Brief an den Rat über die wehrsportlichen Übungen der Hannoveraner
beschwert. Ihm war zu Ohren gekommen, dass die Hannoveraner nach einem auf einer
Stange befestigten bunten Holzpapageien schossen, wenn sie mit ihrem
Landesherren in Fehde lagen. Das geschah damals noch mit Armbrüsten. Als rund 60
Jahre später die Erlaubnis zu einem jährlichen Fest der Schützen erteilt wurde,
hatten auch die Hannoveraner bereits auf Feuerwaffen umgerüstet.
Der Umgang mit Armbrust und Gewehr galt damals weniger sportlichen Zielen.
Die so bewaffneten Männer sollten nämlich Hannover verteidigen, wenn feindliche
Streitkräfte die befestigte Stadt angriffen. Aus den sportlichen Wettkämpfen in
Friedenszeiten ergab es sich aber sehr bald, dass die besten Schützen mit
Preisen und Auszeichnungen geehrt wurden.
Um Ausschreitungen während der Schützenfeste zu verhindern, wurde bereits im
Jahre 1575 eine Schützenordnung erlassen, die den Festbetrieb regelte. Im Jahre
1710 wurden dann die sogenannten "Bruchmeister" bestellt, die als Hilfsbeamte
offiziell für einen geregelten und geordneten Ablauf des Schießens zu sorgen
hatten. Bereits seit dem Jahr 1303 sorgten die Bruchmeister in Hannover - als
offiziell bestellte städt. Ordnungspersonen - für die Einhaltung der städt.
Gesetze und Verordnungen. Die Aufgaben der Bruchmeister sind über die
Jahrhunderte gleich geblieben.
Während die Schützen seit jeher in ziviler
Kleidung antraten, so entstand im Jahr 1837 eine neue Schützenordnung, die es
ihnen gestattete, auch in gleichmäßig gekleideten Gruppen aufzutreten. Deshalb
gilt dieses Jahr als Geburtsstunde der Schützenvereine, weil sich so
verschiedene Vereinigungen von Schützen aus gleichen Stadtteilen bildeten.
Inzwischen gibt es alleine in Hannover 88 verschiedene Schützenvereine.
Heute sind im Verband Hannoverscher
Schützenvereine über 5.000 Schützen, darunter rund 800 Jugendliche, vertreten.
Träger des hannoverschen Schützenwesens sind der Verband Hannoverscher
Schützenvereine und die Stadt Hannover. Im Jahre 1964 wurde eine
Schützenstiftung gegründet, die von der Stadt verwaltet wird und die
Zusammenarbeit der Schützenvereine regelt. Im Verwaltungsrat der
Schützenstiftung, ihrem maßgebenden Organ, sind die Repräsentanten des Verbandes
Hannoverscher Schützenvereine und der Stadt paritätisch vertreten. Für
allgemeine Fragen des traditionsreichen Schützenwesens gibt es den Schützenrat,
dem die Vorsitzenden der hannoverschen Schützenvereine angehören und der vom
Oberbürgermeister der Stadt Hannover persönlich geleitet wird, sowie den
Schützenbeirat, der aus Mitgliedern des Rates der Landeshauptstadt Hannover
besteht.
Quelle: Hannoversches Schützenfest e.V.