|
Dorfgeschichte der Ortschaft |
|
|
|
(StArch Münster Msc. VII Nr. 2605, S. 44). Register des Domkapitels Minden um 1260. Übersetzung Annette von Boetticher, Hannover 1993. Das Kloster in "Benzingehusen" gibt jährlich 14 Schilling als Getreideabgabe: 2 Schilling für Roggen, 4 für Weizen, 4 für Gerste, 4 für Hafer. Das Haus "Golkessen" bei "Golteren" zahlt 30 große Malter Weizen, ein fettes Schwein und 5 Schilling. Das Haus in "Lurden" zahlt 1 Schilling für Weizen, 1 Schilling für Roggen, 1 Schilling für Hafer, 2 Schweine und 5 Dutzend Eier. (Quelle: Hans-Erich Wilhelm, Lenthe 1994) Der eine Hof in " Northen " zahlt 6 Schweine, die dritte Garbe und 5 Dutzend Eier. Northen, eine Kurzfassung - März 2009 Northen zählt zu den alten Siedlungen des Calenberger Landes. Die günstige Lage für die Landwirtschaft der Frühzeit und der alte Ortsname "Northem" oder "Nordhusen" sprechen für eine Ansiedlung spätestens in der sächsichen (um 500 n. Chr.) oder der fränkischen (um 800 n. Chr.) Siedlungsperiode. Nach Einführung des Christentums in der Frankenzeit wurde die Mutterkirche in Ronnenberg bis zur Umpfarrung nach Lenthe (1892) religiöser Bezugspunkt und Ort der Gottesdienste, der Taufen, der Trauungen, der Konfirmationen und der Begräbnisse für die Menschen des Dorfes. Das Bistum Minden und das Kanonissenstift Wunstorf waren seit der Frühzeit des Dorfes Eigentümer der Bauernstellen sowie der Feld- und der Waldmark in Northen. Das Bistum verlehnte seinen Besitz an calenbergische Ritterfamilien, die wiederum Höfe und Land gegen Hof- und Grundzinsen sowie Hand- und Spanndienste an Bauern vergaben. Für den Unterhalt der Kirchen und der Geistlichkeit erhielt das Bistum das Zehntrecht. Die Bauern mussten den zehnten Teil ihrer Getreideernte und ihrer Vieh-Aufzucht abgeben. Dieses Recht übertrug die Kirche später oft an Kloster, Stifter oder den Adel, in Northen seit Jahrhunderten zum überwiegenden Teil an die Freiherrn Knigge zu Bredenbeck. Im ersten Jahrtausend nach der Zeitwende hatten ländliche Siedlungen meist nur drei bis sieben Hofstellen. Die Höfe und die Feldmark der alten Siedlungsstätte Northen lagen wie eine Insel in dem Waldland zwischen dem Benther Berg und dem "Großen Holz". Von ihren Nachbardörfern Lenthe und Everloh waren sie wahrscheinlich durch Waldstreifen getrennt. Um das Jahr
1260 erwähnt ein Register des Domkapitels in Minden erstmals den Ortsnamen und einen der Northener Höfe ( siehe Urkunde oben ). Dieser ersten Nachricht, deren Ortsbezug unter Historikern allerdings umstritten ist, folgen vom Beginn bis zum Ende des 14. Jahrhunderts mehrere eindeutige Eintragungen in Registern und Urkunden. In Lehnregistern der Mindener
Bischöfe, in einem Güterverzeichnis des Stiftes Wunstorf
und in einer aus dem Kloster Marienwerder überlieferten Nachricht sind Hofstellen und deren ritterliche Gutsherren, darunter die Adelsfamilie von Lenthe, aufgeführt. Die Siedlung war zu dieser Zeit bereits zu einem kleinen Dorf herangewachsen. Neben den alten Meierhöfen mit
größerem Ackerbesitz gab es als Nachsiedler Kötner mit einem Hausgrundstück. Die Feldmark und das Weideland waren durch Waldrodungen schon weit in das "Große Holz" ausgedehnt. Die verbliebenen
Waldflächen waren für eine Rodung ungeeignet oder zur Sicherung des Bedarfs an Bau- und
Brennholz geschützt. Die neuen Siedler erhielten deshalb wenig oder überhaupt kein Ackerland. Sie betrieben meist ein Landhandwerk oder arbeiteten als Tagelöhner. Umfangreiche Rodungen, die das gegenwärtige Landschaftsbild formten, fanden erst nach dem Jahr
1780 und um das Jahr
1850
statt.
|